5G-Stra­te­gie für Deutsch­land

Deutsch­land soll Leit­markt für 5G-Anwen­dun­gen wer­den. Der 5G-Roll­out soll spä­tes­tens bis Ende 2020 erfol­gen und bis 2025 eine 5G-Kon­nek­ti­vi­tät errei­chen.

Die Bun­des­re­gie­rung betont, dass eine sub­stan­zi­el­le Ver­stär­kung des Glas­fa­ser­aus­baus erfor­der­lich ist und will dazu die Ver­sor­gung ins­be­son­de­re die Ver­kehrs­we­ge ein­schließ­lich Bun­des- und Lan­des­stra­ßen durch ent­spre­chen­de Auf­la­gen sicher­stel­len. Die Ent­wick­lung nach­hal­tig wett­be­werbs­ori­en­tier­ter Märk­te soll geför­dert wer­den. Die inter­na­tio­na­le Ver­brei­tung von 5G-Net­zen wird im Rah­men der bestehen­den Wirt­schafts- und Ent­wick­lungs­ko­ope­ra­tio­nen vor­an­ge­trie­ben.

Es schließt ein kur­zer Tech­nik­teil an, der die typi­schen Leis­tungs­da­ten nennt, die 5G aus­zeich­net. Die Rol­len von ITU-R in der Regu­lie­rung und von 3GPP in der Stan­dar­di­sie­rung wer­den erläu­tert. Die regu­la­to­ri­schen Anfor­de­run­gen unter der Bezeich­nung IMT-2020 (Inter­na­tio­nal Mobi­le Telecom­mu­ni­ca­ti­ons) decken die Anwen­dungs­grup­pen Enhan­ced Mobi­le Broad­band (v.a. Strea­ming), Mas­si­ve Machi­ne Type Com­mu­ni­ca­ti­on (IoT) und Ultra-Reli­able and Low-Laten­cy Com­mu­ni­ca­ti­on (sicher­heits­re­le­van­te Anwen­dun­gen) ab.

Die Leit­märk­te Indus­trie, Gesund­heit und Ener­gie der Elek­tro­in­dus­trie fin­den sich im Wesent­li­chen in der Anwen­dungs­grup­pe Mas­si­ve Machi­ne Type Com­mu­ni­ca­ti­ons wie­der, z.T. aber auch in der Anwen­dungs­grup­pe Ultra Reli­able and Low-Laten­cy Com­mu­ni­ca­ti­on (Smart Manu­fac­tu­ring, Mobi­li­tät) An die­ser Stel­le betont Bun­des­re­gie­rung die Not­wen­dig­keit, die Anfor­de­run­gen der Anwen­der­bran­chen in die Stan­dar­di­sie­rung ein­zu­brin­gen und zeigt die Mei­len­stei­ne in ITU und 3GPP auf.

Bei den Fre­quen­zen gibt es eine Rei­he von Bän­dern, die ver­schie­de­ne Ein­satz­fäl­le abde­cken. Die Flä­che wird unter­halb 1 GHz ver­sorgt. Ver­kehrs­we­ge und städ­ti­sche Infra­struk­tur wird bei 3,4 GHz mit grö­ße­rer Band­brei­te bedient und Mikro­zel­len mit beson­ders hohen Daten­ra­ten arbei­ten in ver­schie­de­nen Berei­chen ober­halb 24 GHz.

Es schließt ein Bei­spiel­ka­pi­tel an, wie 5G die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on in Leit- und ande­ren Märk­ten unter­stützt. Dabei wird auch die Not­wen­dig­keit der Cyber­se­cu­ri­ty betont und die Unter­stüt­zung durch das Bun­des­amt für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik (BSI) ange­bo­ten.

Dies lei­tet über in fünf Akti­ons­fel­der.

 Fünf Akti­ons­fel­der für den 5G-Leit­markt Deutsch­land

 Netz­roll­out for­cie­ren:

Glas­fa­ser­an­bin­dung von Basis­sta­tio­nen soll erleich­tert /gefördert wer­den, um die Anbin­dung über Richt­funk zu redu­zie­ren. Dafür und für Klein­zel­len­net­ze in Innen­städ­ten sol­len öffent­li­che Ver­sor­gungs­in­fra­struk­tu­ren für Glas­fa­ser mit­ge­nutzt wer­den. Micro- und Pico­zel­len mit Funk sol­len auch öffent­li­che Trä­ger­struk­tu­ren (Later­nen­mas­ten, Ampeln, …) nut­zen. Grund­la­ge: Digi­Netz-Gesetz von 2016. Lie­gen­schaf­ten der öffent­li­chen Hand sol­len leich­ter für Mobil­funk­an­ten­nen zugäng­lich gemacht wer­den. Dabei wird der Gesund­heits­schutz (elek­tro­ma­gne­ti­sche Fel­der) im Auge behal­ten.

 5G-Fre­quen­zen bereit­stel­len:

Glo­ba­le und euro­päi­sche Har­mo­ni­sie­rung von 5G-Spek­trum wird vom Bund in Euro­pa (CEPT) und auf der ITU World Radio Con­fe­rence 2019 vor­an­ge­trie­ben. In mar­kan­ten Fre­quenz­bän­dern (s.o.) wur­de für Euro­pa bereits Einig­keit erzielt. Die BNetzA strebt rasche Bereit­stel­lun­gen von Spek­trum auch aus aus­lau­fen­den Fre­quenz­nut­zungs­rech­ten an. Zusätz­lich bie­tet die BNetzA Ver­suchs­fre­quen­zen unab­hän­gig vom Fre­quenz­plan zu Test­zwe­cken an.

 Koope­ra­ti­ons­för­de­rung zwi­schen Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Anwen­der­in­dus­trie:

Die „Fokus­grup­pe 5G“ des Digi­t­al­gip­fel-Pro­zes­ses beglei­tet die Ein­füh­rung bran­chen­über­grei­fend. Der Dia­log mit den Anwen­der­bran­chen erfolgt im „Dia­log­fo­rum 5G“, wo sich ver­ti­ka­le Indus­tri­en mit dem Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sek­tor aus­tau­schen. Zur Stan­dar­di­sie­rung wird vom Bund eine wett­be­werbs­neu­tra­le Aus­tausch­platt­form bereit­ge­stellt. Der Input für Indus­trie 4.0 kommt vom Stan­dar­di­sa­ti­on Coun­cil Indus­trie 4.0. In der BNetzA wur­de eine Koor­di­nie­rungs­stel­le für IKT-Stan­dar­di­sie­rung ein­ge­rich­tet. Es wird ein Gut­ach­ten erstellt zur Bestand­auf­nah­me und Ana­ly­se bei 5G-Paten­ten (inkl. Ent­wick­lungs­pro­gno­se bei markt­re­le­van­ten Paten­ten und Aus­wir­kun­gen auf Indus­trie- und Mobil­funk­un­ter­neh­men).

 5G-For­schung unter­stüt­zen:

Auf euro­päi­scher Ebe­ne führt 5GPPP die For­schung an. In Deutsch­land wer­den sowohl Grund­la­gen- als auch Anwen­dungs­for­schung geför­dert. Wesent­lich ist die Koor­di­nie­rung und Ver­net­zung der div. For­schungs­vor­ha­ben. For­schungs­schwer­punk­te sind „Zuver­läs­si­ge draht­lo­se Kom­mu­ni­ka­ti­on in der Indus­trie“, „5G: indus­tri­el­les Inter­net“ und „5G: Tak­ti­les Inter­net“. Hier­zu führt die BReg eine Bestands­auf­nah­me durch um Koope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten zu iden­ti­fi­zie­ren. Wei­ter will sie den Trans­fer der For­schungs­er­geb­nis­se beför­dern.

 5G für Städ­te und Kom­mu­nen initi­ie­ren:

Hier wird auf Krea­ti­vi­tät gesetzt, indem ein 5G-Wett­be­werb aus­ge­schrie­ben wird. Kom­mu­nen kön­nen Pro­jekt­skiz­zen ein­rei­chen, wie sich Her­aus­for­de­run­gen für kom­mu­na­le Auf­ga­ben (wie Mobi­li­tät, Müll­ab­fuhr, Ener­gie­ver­sor­gung, …) mit 5G ab 2020 lösen las­sen. Der Bund hält sich in der Umset­zung zurück und bie­tet die Ver­mitt­lung von Indus­trie­part­nern und die Unter­stüt­zung bei der Bil­dung von Kon­sor­ti­en an, was mit „min­des­tens 2 Mil­lio­nen Euro“ geför­dert wird.

Die Maß­nah­men wer­den fort­lau­fend eva­lu­iert und wei­ter­ent­wi­ckelt.

Die Web­site www.5g-fuer-deutschland.de wird Mög­lich­kei­ten der Betei­li­gung bie­ten, zur­zeit ist sie aber noch eine Bau­stel­le.

 Bewer­tung:

Eine detail­lier­te Bewer­tung und Fest­le­gung muss jetzt suk­zes­si­ve erfol­gen. Die Stra­te­gie macht einen run­den Ein­druck und der Duk­tus lässt ein Com­mit­ment der Bun­des­re­gie­rung erwar­ten. Hilf­reich auch die über­sicht­li­che Dar­stel­lung der tech­ni­schen Grund­la­gen und Cha­rak­te­ris­ti­ka von 5G sowie der Rol­len ver­schie­de­ner Akteu­re in Fre­quenz­po­li­tik und Stan­dar­di­sie­rung. Posi­tiv ist die anschei­nend gut aus­ge­stat­te­te For­schungs­för­de­rung und die Dar­stel­lung der Mei­len­stei­ne zum wei­te­ren Zeit­plan.

Die Bun­des­re­gie­rung wird sich an zwei Ansprü­chen mes­sen las­sen müs­sen:

  • Führt sie die ver­spro­che­nen Koor­di­nie­rungs- und Unter­stüt­zungs­auf­ga­ben (z.B. in der Stan­dar­di­sie­rung) tat­säch­lich, und dann auch effek­tiv und effi­zi­ent durch?

Fal­len die erfor­der­li­chen Regu­lie­run­gen inno­va­ti­ons­freund­lich und ziel­füh­rend aus?

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